This practical, user-friendly opening guide offers players of the White pieces a complete and aggressive repertoire based on 1.e4.
The author recommends playing the Scotch Game against 1...e5 whilst providing effective and easy-to-learn antidotes to Black's alternative choices - the Sicilian, French, Petroff, Philidor, Caro-Kann, Pirc/Modern and Alekhine Defences.
Commentaries on 51 model games illustrate the correct handling of a broad range of attacking positions while specific lines of play are broken down and presented in a clear and accessible format, enabling readers to understand the various structures and how best to deploy all the available fighting forces.
Material has been selected from modern master practice and many of the games have not been annotated before in chess literature. Moreover, in a number of variations, existing theory has been challenged and even overturned.
Sam Collins is a chess writer who regularly contributes to
Chess, British Chess Magazine, Chess Mail and Chess Today. He is a former Irish champion and Olympic gold medal winner.
Rezensionen:
Ein aggressives Weiß-Repertoire verspricht uns ein neues Buch aus dem Hause Batsford. Die Entscheidung des Verlages, einen gerade einmal 22 Jahre alten Spieler damit zu betrauen, ist durchaus mutig.
Der aufstrebende irische Nachwuchsspieler Sam Collins, der momentan an der 2400-Grenze knabbert und bereits als Autor in verschiedenen Schachzeitungen sowie als Irischer Meister in Erscheinung getreten ist, löst diese Aufgabe jedoch mit Bravur und legt hiermit ein sehr reifes und überzeugendes Werk vor.
Zum Inhalt: Das von Collins zusammengestellte Repertoire orientiert sich stark an seinem eigenen, das auf 1.e4 aufbaut. Im ersten großen Block steht zunächst Sizilianisch auf dem Programm. Collins beschreibt zunächst, wie ihn zwei herbe Niederlagen gegen das System 2.c3 von den durchaus gefährlichen Möglichkeiten überzeugten, die diese Variante bietet.
Dann folgt etwas, was sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht und es meiner Meinung nach für uns Normalsterbliche besonders auszeichnet: in klaren, einfachen Worten beschreibt Collins die wesentlichen Aspekte der grundlegenden Strukturen und erläutert die jeweiligen Konsequenzen.
Zum Beispiel leitet er aus der typischen Bauernstruktur des ersten Themas 1.e4 c5 2.c3 Sf6 anschaulich her, warum Weiß dieses Abspiel aggressiv behandeln sollte, um nicht in einer bescheidenen Stellung zu landen.
Dann stellt er die Feinheiten seines Repertoires vor, wobei er sich auf insgesamt 51 sehr aktuelle Musterpartien stützt. Diese wurden sehr ausführlich kommentiert.
Einige Auszüge aus den empfohlenen Varianten sollten einen guten Eindruck vermitteln, was den Leser hier erwartete: Gegen Sizilianisch begegnen wir u.a. dem Bauernopfer 1.e4 c5 2.c3 Sf6 3.e5 Sd5 4.d4 cxd4 5.Sf3 Sc6 6.cxd4 d6 7.Lc4 Sb6 8.Lb3!? dxe5 9.d5! und gegen 2...d5 Varianten mit dxc5, z.B. 1.e4 c5 2.c3 d5 3.exd3 5 Dxd5 4.d4 Sf6 5.Sf3 Lg4 6.dxc5 Dxc5 7.Sa3 a6 8.h3 Lh5 9.Le3 Dc7 10.g4 Lg6 11.Lg2.
Danach folgt Französisch, was Collins mit der Vorstoßvariante 3.e5 bekämpft. Meistens empfiehlt er dabei Varianten mit frühem a2-a3.
Gegen 1...e5 folgt 2.Sf3 mit folgender Verzweigung: auf 2...Sc6 stellt Collins Schottisch vor und zeigt den aktuellen Stand der Hauptvariante 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 exd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sxc6 bxc6 6.e5 De7 7.De2 Sd5 8.c4, gegen 4...Lc5 empfiehlt er ebenfalls 5.Sxc6.
Nach 2...Sf6 (Russisch) verzichtet Collins auf eine Erörterung der Hauptvarianten, an denen sich selbst Leko im WM-Match gegen Kramnik die Zähne ausbiss, und konzentriert sich auf das weniger übliche, dafür aber in der Praxis sehr erfolgreiche 1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.Sxe5 d6 4.Sf3 Sxe4 5.Sc3!?
Nach einem kürzeren Abschnitt über die Philidor-Verteidigung beschäftigt sich Collins mit Caro-Kann, das mit dem Panow-Angriff bekämpft wird.
Gegen den Themenkomplex Pirc- / Moderne Verteidigung wählt Collins eine Abwandlung des sogenannten 150-Angriffs mit Lg5 anstatt Le3, während gegen Skandinavisch z.B. 1.e4 d5 2.exd5 Dxd5 3.Sc3 Da5 4.d4 Sf6 5.Sf3 c6 6.Lc4 Lf5 7.Se5 e6 8.g4 auf dem Programm steht.
Interessanterweise verzichtet Collins wie auch schon John Emms in "Attacking with 1 e4" gegen 1.e4 d5 2.exd5 Sf6 auf die naheliegende Überleitung zum Panow-Angriff durch 3.c4 c6, um das umstrittene aber gefährliche Isländische Gambit 3...e6 zu umgehen. Seine Empfehlung lautet hier 3.Sf3. Der letzte nennenswerte Abschnitt ist der Aljechin-Verteidigung gewidmet, genauer gesagt geht es um die Varianten nach 1.e4 Sf6 2.e5 Sd5 3.d4 d6 4.Sf3.
Wir können das Buch einer breiten Spielerschicht empfehlen. Das Repertoire ist überzeugend zusammengestellt und versorgt hinsichtlich der Breite und Tiefe des Materials selbst stärkere Spieler ausreichend mit Theorie. Zusätzlich ist das Ganze noch gut verständlich erklärt.
Um das Werk genießen zu können sollten grundlegende Englischkenntnisse sowie eine Vorliebe für aktive Eröffnungsvarianten ausreichen.
Schachmarkt 01/2005