Der Einfluss des großen Schachmeisters und -lehrers Dr. Siegbert Tarrasch auf alle Phasen der Schachpartie begann vor einem guten Jahrhundert und reicht bis in die Gegenwart. Seine „Moderne Schachpartie” war ein Spiegel des damaligen Schachs. Kaum jemand - ob Meister, Amateur oder Hobbyspieler - der sich nicht, bewusst oder unbewusst, seine Thesen zu eigen gemacht hat.
Rudolf Teschner hat die vielfach nachgefragte und lange vergriffene Ausgabe aus dem Jahre 1916 bearbeitet und dabei die eröffnungstheoretischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte berücksichtigt.
Auf einem besonderen Ruhmesblatt stehen die sicheren Urteile des „Praeceptor Germaniae” zu Fragen der Eröffnungstheorie. Die Tarrasch-Verteidigung des Damengambits und seine „offene Verteidigung” der Spanischen Partie waren lange Zeit umstritten und wurden von den Spitzenspielern gemieden. Inzwischen sind sie längst wieder aufgetaucht und erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit, selbst in Kreisen der Weltelite. Namen wie Michail Tal, Boris Spasski, Viktor Kortschnoi und Garri Kasparow haben sich der Ideen unseres Autors bedient, und sogar die „Berliner Variante”, die Wladimir Kramnik zu seinem Sieg über Kasparow verhalf, geht auf eine Anregung Tarraschs zurück.
Hinweise des Bearbeiters zur fünften Auflage
Das vorliegende Werk passt einen der wichtigsten Beiträge zur Schachliteratur des vergangenen Jahrhunderts an die Erfordernisse der Gegenwart an. Die fünfte Auflage unterscheidet sich deutlich von den vorangegangenen: sie ist, vor allem in eröffnungstheoretischer Hinsicht, gründlich bearbeitet worden. Wesentlich Neues, das sich im langen Zeitraum seit Erscheinen der Modernen Schachpartie zur Eröffnungstheorie und zu Analysen der behandelten Partien ergeben hat, ist berücksichtigt worden.
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Rudolf Teschner Berlin, im Frühjahr 2003