Die Autoren behandeln u.a. die Prinzipien des Spiels im Partieanfang, das Eröffnungsrepertoire des Schachspielers sowie Logik, Problemlösung und auch Überraschungen in der Eröffnung .
Nachdem die beiden russischen Erfolgsautoren mit "Der selbständige Weg zum Schachprofi" im Beyer-Verlag ein überaus gelungenes Debüt feierten, legen sie nun mit dem neuen Werk ein weiteres bemerkenswertes Zeugnis ihrer Arbeit vor. Sie behandeln darin u.a. die Prinzipien des Spiels im Partieanfang, das Eröffnungsrepertoire des Schachspielers sowie Logik, Problemlösung und auch Überraschungen in der Eröffnung. Dieses Buch ist Pflichtlektüre für jeden, der im Schach erfolgreich sein möchte. Die Namen Artur Jussupow und Mark Dworezki stehen für das beispielhafte Zusammenwirken eines Weltklasse-Großmeisters und seines langjährigen Trainers auch auf schachliterarischem Gebiet.
007 Vorwort
Teil I:
013 A. Jussupow: Allgemeine Prinzipien des Spiels in der Eröffnung
034 M. Dworezki: Logik in der Eröffnung
049 A. Jussupow: Überraschungen in der Eröffnung
068 S. Dolmatow: Schöpferische Lösung irrationaler Probleme
090 M. Dworezki: Praktische Übung
Teil II:
105 M. Dworezki: Formierung eines Eröffnungsrepertoires
155 A. Jussupow: Vorbereitung auf eine Partie
171 J. Rasuwajew: Sie haben recht, Msr. Labourdonnais!
Teil III:
185 B. Slotnik: Wie Eröffnungsneuerungen geboren werden
205 W. Wulfson: "Eröffnungssuche"
Teil IV:
217 M. Dworezki: Probleme des Mittelspiels
229 A. Kosikow: Verbindung zwischen Eröffnung und Endspiel
239 M. Dworezki: Auf den Spuren einer Partie
Teil V:
265 A. Jussupow: Über das Schöpfertum unserer Schüler
Der Geheimnisse und Tips zweiter Teil: Eröffnungstraining
Das Buch entstand ebenso wie der Vorgänger Der selbständige Weg zum Schachprofi im Zuge einer Vorlesungsreihe, die der Trainer Mark Dworezki und sein bester Schüler, Großmeister Artur Jussupow, gemeinsam abhielten. Vorlesungen und Übungen bilden das Rückgrat des Buches.
Wenn es auch um die Eröffnung geht, so darf man das Werk doch nicht in einen Topf werfen mit der üblichen Eröffnungsliteratur, welche heute etwa 50% der Schachliteratur ausmacht; letztere sind zumeist Nachschlagewerke.
Das Ziel des abgehaltenen Kurses war vielmehr, allgemeine Prinzipien und Methoden zu schildern und rationelle Wege der schachlichen Arbeit im Eröffnungsbereich aufzuzeigen. Freilich wird dies immer an konkreten Beispielen erläutert.
Einige Kapitelüberschriften: Logik in der Eröffnung, Überraschungen in der Eröffnung, Schöpferische Lösung irrationaler Probleme, Formierung eines Eröffnungsrepertoires, Königsindisch aus der Sicht von Weiß, Vorbereitung auf eine Partie, Wie Eröffnungsneuerungen geboren werden, Der Zug g7-g5 in der Französischen Verteidigung, und vieles mehr.
Stefan Bücker
Der Dritte im Bunde ist hingegen ein moderner Klassiker, denn die Reihe der Lehrbücher des Gespanns Jussupow - Dworezki ist stets mit viel Lob bedacht worden, der vorliegende Band zwei der Reihe erscheint hiermit bereits in der dritten Auflage.
"Effektives Eröffnungstraining" wendet sich an fortgeschrittene Spieler, die sich in Theorie und Praxis in dieser Partiephase verbessern möchten. Der Inhalt besteht aus einer Zusammenstellung von Vorlesungen, die von den Autoren und anderen an ihrer Schachschule gehalten wurden. Diese Vorträge wurden in vier Teile gegliedert:
Teil l untersucht die Probleme, mit denen man im Eröffnungsstadium konfrontiert wird und was nötig ist, um sie am Brett erfolgreich zu lösen: Allgemeine Prinzipien in der Eröffnung, Logik in der Eröffnung, Überraschungen in der Eröffnung, schöpferische Lösung irrationaler Probleme und eine Übungspartie mit Aufgaben. Dieser Teil ist mit knapp 100 Seiten der größte des Buches.
Teil 2 beschäftigt sich mit der Ausgestaltung des Repertoires und der Vorbereitung auf einen Wettkampf oder Gegner, die Formulierung eines Eröffnungsrepertoires ist dabei mit 50 Seiten der mit Abstand größte Beitrag des Buches.
Teil 3 vertieft das ganze und erläutert das selbständige Analysieren und Finden von Neuerungen
Teil 4 bespricht die Verbindung von Eröffnung mit den anderen Partiestadien, besonders der zentrale Gedanke des Buches steht hier im Mittelpunkt: "Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht im mechanischen Behalten der Eröffnungsdaten, sondern im Aneignen des geistigen Reichtums des Schachspiels, im Wachsen der Schachkultur."
Zum Abschluß zeigt Teil 5 einige interessante Beispiele aus dem Schaffen der Schüler der beiden prominenten Autoren.
Das Material baut meistens auf vielen kommentierten Partiebeispielen auf, die in der Regel aus der Praxis der Autoren stammen.
Schach - Markt 4/2002
Eines der erfolgreichsten Bucher aus der großen, mittlerweile etwas unübersichtlich gewordenen Trainingsreihe von Jussupow und Dworetzki erlebt seine dritte Auflage, acht Jahre nach dem Erscheinen der Erstauflage (das Impressum gibt 1964 als Datum an. Hierbei muss es sich um einen Zahlen-dreher handeln...).
Offenbar ist der Verlag mit dem Erfolg des Buches sehr zufrieden. Jedenfalls hat keinerlei inhaltliche Überarbeitung stattgefunden. Lediglich am Erscheinungsbild wurde etwas gefeilt. Das Buch wurde mit einem neuen Titelbild und dem beim Beyer-Verlag neuerdings üblichen Festeinband ausgestattet, der allerdings etwas billig produziert wirkt.
Das Partiematerial stammt vorrangig aus den 80er- und dem Anfang der 90er- Jahre. Dazu einige ältere Partien, teilweise sogar aus dem vorigen Jahrhundert. Auch bezüglich der Technik ist man mittlerweile etwas veraltet. Es wird die Führung des Eröffnungsrepertoires auf einem Karteikarten-System empfohlen.
Der Inhalt des Buches kann kaum besser wiedergegeben werden, als es der erfahrene Schachbuchhändler FM Harald Keilhack auf seiner Homepage www.kaniaverlag.de gemacht hat. Dort finden sich übrigens noch viele weitere Buchbesprechungen, nicht nur zu aktuellen Büchern. Ich zitiere (leicht gekürzt und angepasst):
Inhaltlich ist es eine Mischung aus Übungen zu Denkmethoden und Vorlesungen über bestimmte Eroffnungssysteme. Um falschen Vorstellungen vorzubeugen: Es ist kein Eroffnungslehrbuch im herkömmlichen Sinne; nein, sondern ausgewählte Eroffnungsprobleme aus der Meisterpraxis werden seziert. Stets wird die Eröffnung auch im Zusammenhang mit dem Mittelspiel und sogar Endspiel gesehen.
Mal verschafft eine gut kommentierte Partie einen Einblick in den holländischen Stonewall, dann Grünfeld - Abtausch, Englisch, Sizilianisch-Scheveninger, Spanisch und Französisch, eine Partie zur Tarrasch - Verteidigung, Slawisch / Halbslawisch. Meist Häppchen von 3 - 5 Seiten, die aber oft Einblick geben, worum es hier geht. Mehr Einblick als so manches varianten - verzeichnismäßiges Eröffnungsbuch. Als eindeutiger Schwerpunkt zu nennen ist der Königsindische Angriff; beginnend mit S. 103 wird hier viel erklärt. Eingeschworene Anhänger dieser Eröffnung sollten das lesen !
Eindeutig verschafft dieses Buch (ebenso wie andere Dworetzki - Bücher) Einblick in meisterliche Denkmethoden. Ob das jedem der Leser gefallen wird, ist eine ganz ganz andere Frage - genug andere Bücher wecken völlig andere Vorstellungen vom "meisterlichen Denken".
Soweit Harry Keilhack. Hinzuzufügen wäre noch, dass auch Partien zu Ben - Oni, Damen- und Nimzoindisch, Panow - Angriff, angenommenen Damengambit mit 3. e3 usw. behandelt werden. Aber wie schon erwähnt, keine Theorieartikel, sondern vielmehr Vermittlung von Verständnis für die entstehenden Stellungen. Die Sprache wirkt gelegentlich etwas umständlich, sodass die Bedeutung des Geschriebenen nicht immer ganz klar wird. Was ist z.B. unter einem Kommentar wie "15.Dd6?! Ein etwas abstrakter Zug. " (S. 29) zu verstehen? Das mag an der Übersetzung liegen. Und bei kaum einem anderen Buch habe ich einen Partien- und Eröffnungsindex mehr vermisst, als hier (und auch einigen weiteren Büchern aus der Dworetzki - Reihe).
Das alles jedoch sind nur Kleinigkeiten. Das Buch ist ein Klassiker, sein schachlicher Gehalt ist, auch didaktisch, von höchster Qualität. Und obwohl sprachlich sicher noch verbesserungsfähig, ist es insgesamt doch gut zu lesen.
Das Buch endet mit einer amüsanten Geschichte, die sehr schon das Credo des Werkes unterstreicht. Im Informator Bd. 44 wurde die Partie Miles -Christiansen, San Francisco 1987 veröffentlicht: 1. e4 e5 2. Sf3 Sf6 3. Sxe5 d6 4. Sf3 Sxe4 5. Sc3 Lf5 6. Sxe4 Lxe4 7. d3 Lg6 8. Lg5 Le7 9. Lxe7 Lxe7 und man einigte sich bald auf Remis. Anand, damals gerade auf dem Weg zum GM und bekannt als Informator - Anhänger, wandte den vermeintlich einfachen Weg zum Ausgleich bei nächster Gelegenheit an. In der Partie Zapata - Anand, Biel 1988, musste er allerdings nach 6. De2! (6. De7 Sd5) wegen Figurenverlust sofort aufgeben. Bezeichnend, dass es in keinem der folgenden Informatoren einen Hinweis auf die Widerlegung von 5. Lf5?? gibt (die Partie Zapata - Anand wurde nicht aufgenommen). Streng Informatorgläubige könnten also immer noch in die Irre geführt werden. Nicht allerdings, wenn sie sich das vorliegende Buch zu Herzen genommen haben. Hier lernt man nämlich, nicht blindlings den Buchvarianten zu vertrauen, sondern seinen eigenen Schachverstand auszubilden und einzusetzen.
Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Trainingsbuch für aufstrebende, ehrgeizige Schachspieler. Gerade auch zum Selbststudium sehr gut geeignet.
Eine kleine Anmerkung noch:
Kurioserweise wird der Name des Hauptautors von den beiden Verlagen, welche die deutschen Fassungen seiner Bücher herausgeben, unterschiedlich transkribiert, Olms schreibt ,Dworetski', wahrend der Beyer - Verlag mit ,Dworezki' eine Buchstaben einspart.
Peter Held, Rochade Europa 08/2002