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Meister gegen Amateur

BEYEMMGA

Meister gegen Amateur

überarbeitet von Gerd Treppner
Max Euwe / Walter Meiden
212 Seiten - 126 Diagramme - 5. völlig überarbeitete Auflage 2005, gebunden
BEYEMMGA

Das Schwergewicht liegt auf typischen Anfängerfehlern und ihrer Ausnützung. Vom Nachteil unsinniger Randbauernzüge über verfrühte Bauernvorstöße bis zum gierigen Bauernfraß ist eine breite Palette bekannter Schwächen vertreten. Es werden jedoch auch Modellpartien zur Verwertung bestimmter häufiger Vorteile geboten, wie etwa das Spiel gegen Doppelbauern, Springer gegen schlechte Läufer oder, oder, oder...



005 Vorwort
008 Einleitung

Partie Eröffnung Gegenstand
015 1 Schottisch Allgemeines
025 2 Italienisch Siegreiche Abwicklung
031 3 Vierspringerspiel (4.Lb5) Tempoverluste
039 4 Vierspringerspiel (4.d4) Gelähmte Stellung
045 5 Ponziani-Eröffnung Damen-Ausflug
051 6 Dänisches Gambit Taktische Finessen
057 7 Caro-Kann Entgegengesetzte Rochaden
065 8 Französisch Eröffnungsideen
073 9 Damengambit (3.c5?) Abweichungen vom "Buch"
081 10 Italienisch (3. ... h6?) Das Beste aus einem Zeitgewinn herausholen
089 11 Philidor-Verteidigung Angriffstaktik
095 12 Spanisch (3. ... Sge7) Abschneiden der Verbindung zwischen den Flügeln
101 13 Doppelfianchetto Theorie des Fianchettos
109 14 Königsfianchetto Strategisches Planen
119 15 Skandinavisch Halb-Tempi
129 16 Angenommenes Damengambit Verwendung des "Wenn" zum Erkennen von Mattbildern
141 17 Skandinavisches Gambit Das Wesen des Gambits
149 18 Göring-Gambit Das Auffinden der besten taktischen Züge
157 19 Damengambit (Marshall) Mattangriff gegen die Rochade (Opfer auf h7)
165 20 Damengambit (Marshall) Zweckvoller Verstoß gegen Entwicklungsregel
171 21 Französisch (klassisch) Starkes Feld, guter Springer, schlechter Läufer
183 22 Französisch (3. ... Lb4) Die Schlacht an zwei Fronten
189 23 Französisch (Aljechin/Chatard) Das Spiel nach einer strategischen Grundidee
197 24 Angenommenes Königsgambit Opferspiel gegen den König
205 25 Italienisch Wie man Bauernschwächen ausnützt

Spielt der Meister mit dem Amateur, so stößt er gewöhnlich auf eine andere Art und eine größere Zahl schwächerer Züge und Irrtümer als im Kampf mit Ebenbürtigen. Das sind eben die schwächeren Züge und die Art von Fehlern, die der Amateur beim Spiel mit anderen Amateuren antrifft.
Auf welch bessere Weise könnte der Amateur lernen, wie schwaches Spiel seiner Gegner auszunützen sei, als zu studieren, wie ein Meister solche Stellungen behandeln würde? Wenn die glänzenden Partien Paul Morphys gegen die Meister des 19 Jhdt. vielen Amateuren weit lehrreicher zu sein scheinen als die viel tiefgründigeren Siege der Großmeister des 20. Jhdt. über ihre Kollegen, so gerade deswegen, weil Morphs Triumphe über seine schwächeren Gegner schlagend darlegen, wie die Irrtümer des unterlegenen Spielers am besten auszunützen sind.
Dieses Buch besteht aus 25 Partien zwischen "Meister" und "Amateur". Unter den Amateuren befinden sich schwache Spieler, die charakteristische Anfängerzüge machen (wie sie in Meisterpartien nie vorkommen), und auch Fortgeschrittene, die Schach studiert und sich eine beträchtliche Menge technischer Fertigkeiten angeeignet haben, aber noch nicht alle strategischen Zusammenhänge einer Stellung verstehen. Die Namen der Spieler haben wir fortgelassen, weil den Partien selbst keine besondere Bedeutung zukommt. Unser Kriterium bei der Auswahl der Partien bestand nicht darin, daß ein Meister einem Amateur gegenübersaß, sondern daß ein Spieler, der meisterhaftes Können bewies, in überzeugender Weise gezeigt hat, wie gewisse typische Fehler eines anderen, der wie ein Amateur spielte, überzeugend ausgebeutet werden können. Dieses Werk erläutert nicht nur, wie man mangelhaftes Spiel erkennt und verwertet; in seinem laufenden Kommentar befaßt es sich mit der eigentlichen Natur des Schachs und bespricht die verschiedenen Aspekte des Schachspiels, wie sie sich in den Partien selbst ergeben.
Beim Studium der Partien ist es empfehlenswert, die Züge des Meisters zu bedecken und jeweils den Versuch zu machen, sie vorherzusehen und womöglich die Fortsetzung der Abzweigungen zu finden, bevor man die gegebenen Analysen nachliest.
Wir schulden einer Anzahl namenloser Spieler Dank, die die verschiedenen Partien in Manuskriptform durchsahen und weitere Fragen zu mannigfachen Möglichkeiten aufwarfen. Besonders dankbar sind wir Herrn Norman Cotter, Wilmington-Delaware, für seine Hilfe, Bemerkungen und Ermutigungen während der Jahre, in denen dieses Buch geschrieben wurde.

Max Euwe, Amsterdam und Walter Meiden, Columbus (Ohio) im Vorwort
Hilfreiche Erklärungen für Anfänger
Die deutsche Übersetzung der ersten beiden Bände kam bereits in den 60er Jahren heraus, die Bücher zählen jedoch zu den klassischen Anfängerlehrbüchern, die so schnell nicht veralten. Der fünfte Weltmeister Dr. Max Euwe war Co-Autor vieler Bücher, die Anfängern besonders nützlich sind. Euwe war Mathematiklehrer (später Direktor einer Forschungsanstalt für Elektro- und Computertechnik) und verstand es dank seines Berufes, lehrreiche Bücher zu schreiben (oder sie wenigstens zu konzipieren).
Daß er selbst kein Berufsmeister war, somit in diesem Sinne selbst Amateur (1928 gewann er sogar die zweite und letzte Amateur-Weltmeisterschaft!), entbehrt nicht der Ironie. Dies mag erklären, daß er mehr Bücher für Anfänger mitverfaßte als die anderen Weltmeister.
Meister gegen Amateur setzt mit Partien ein, in denen der "Amateur" noch wenig vom Spiel versteht und etwa mit 1. f4 d5 2. a4?, 1. e4 e5 2. Sf3 f6? oder 1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Sc3 Sf6 4. g3? eröffnet. Daß letzteres neuerdings von GM Igor Glek befürwortet wird, ist ein anderes Thema!
Das Werk Amateur wird Meister geht bereits stärker auf Besonderheiten der Eröffnungen ein und zeigt, daß der Meister oft nur deshalb gewinnt, weil er vertrauter ist mit den typischen Stellungen, die sich aus dem gewählten Partieanfang ergeben.
Anfänger lernen aus diesen Büchern deshalb viel, weil die Autoren auch solche Ideen berücksichtigen und untersuchen, wie sie zwar Amateuren in den Sinn kommen, von Meistern aber von vornherein ausgeschlossen würden.
Meister gegen Meister enthält 25 im selben ausführlichen Stil kommentierte Meisterpartien der Jahre 1970-75. Die Bearbeitung aller drei Bände nahm FM Gerd Treppner vor.


Stefan Bücker


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