Der Gedanke des Verfassers, die Gefahrenmomente zu sammeln, die sich zu Beginn der Partie auf natürliche Weise ergeben, hat sich, wie der Erfolg dieses Buches gezeigt hat, als äußerst glücklich erwiesen.
Inhaltsübersicht
005 I. Grundgedanken einiger Fallen
017 II. Offene Spiele
017 Spanische Partie
027 Vierspringerspiel
030 Italienische Partie
036 Preußische Partie
039 Schottisches Spiel und Schottisches Gambit
042 Englisches Springerspiel
043 Russische Partie
045 Philidors Verteidigung
047 Wiener Partie
049 Mittelgambit
050 Nordisches Gambit
052 Königsgambit
055 Mittelgambit im Nachzug
057 III. Halboffene Spiele
057 Französische Verteidigung
062 Caro-Kann-Verteidigung
065 Sizilianische Verteidigung
070 Aljechin-Verteidigung
072 Skandinavische Verteidigung
075 IV. Geschlossene Spiele
075 Angenommenes Damengambit
078 Tarrasch-Verteidigung
079 Orthodoxe Verteidigung
083 Cambridge-Springs-Verteidigung
086 Halbslawische Verteidigung
089 Slawische Verteidigung
093 Albins Gegengambit
094 Damenbauernspiel
096 Blackmar-Diemer-Gambit
097 Holländische Verteidigung
101 V. Moderne Eröffnungen
101 Königsindische Verteidigung
104 Damenindische Verteidigung
108 Nimzoindische Verteidigung
113 Andere indische Verteidigungen
116 Sizilianischer Angriff
118 Zukertort-(Reti-)Eröffnung
120 Holländischer Angriff
123 VI. Positionsfallen
131 Antworten auf die gestellten Fragen
Rezensionen:
Mit "Eröffnungsfallen am Schachbrett" von Eugene Snosko-Borowski erlebt im Joachim Beyer Verlag nun ein echter Klassiker seine 13(!) Auflage. Das erstmals im Jahre 1939 erschienene Werk wurde für die vorliegende Auflage überarbeitet und aktualisiert, aber sein Inhalt bleibt dennoch praktisch zeitlos.
In insgesamt 234 nach Eröffnungen geordneten Fallen zeigt der Autor, welche taktischen und positionellen Möglichkeiten bereits in der Eröffnung stecken und wie man seinen Blick für derartige Gelegenheiten schult. Neben den kommentierten Fallen stellt der Autor auch noch über 50 Übungsaufgaben, die am Ende des Buches natürlich ebenfalls besprochen werden.
Der schöne Festeinband sowie der gute Druck runden diesen Klassiker würdig ab.
Schachmarkt 01/2005
Rezensionen zur Vorauflage:
Gerd Treppner hat den Klassiker in größerem Umfang aktualisiert. Ältere Beispiele hat der Mainzer Schachjournalist, soweit notwendig, auf den Stand der modernen Theorie gebracht.
Ein Buch für den Amateur und durchschnittlichen Clubspieler, der sich mit den Tricks im Eröffnungsstadium befassen will. Eine gut gegliederte Eröffnungsübersicht hilft dem Leser beim Auffinden "seiner Varianten" und den zugeordneten Fallen.
W. Reissmann, Rochade Europa 2/96
Mit dem Klassiker "Eröffnungsfallen am Schachbrett", dessen Erstausgabe bis ins Jahr 1939 (!!) zurückdatiert, setzt der Beyer-Verlag Hollfeld seine kleine Reihe von Neu- und Wieder-Auflagen erfolgreicher Schachbücher der Vergangenheit fort.
Das vorliegende Werk, sehr ansprechend ausgestattet mit festem Einband, Fadenheftung und einigen Abbildungen von historischen Schachfiguren, beweist als nunmehr 12. Auflage das Interesse ganzer Generationen aufstrebender Amateurspieler, mit Eröffnungsfallen wohlfeile Punkte in Turnierpartien zu verbuchen.
Snosko - Borowski weist im ersten Kapitel "Grundgedanken einiger Fallen" auf die Kurzschlüsse durch zu frühen Aufzug des f-Bauern hin, auf die Anfälligkeit des Punktes f7 (f2), der zunächst nur vom König geschützt wird, und auf Bedrohungen des in der Mitte stecken gebliebenen Königs (S. 5-15). Sodann führt er in systematischer Abfolge alle möglichen Ein- und Reinfälle im Frühstadium der Partie vor, wobei er zu jeder Eröffnung zunächst einen kurzen Überblick des Stoffes vermittelt, und alsdann die einzelnen Spielverläufe mit kurzen Kommentaren vorstellt. In dieser Weise behandelt er:
1) Offene Spiele (S. 12-55 mit 81 Beispielen);
2) Halboffene Spiele (S. 57-73 mit 40 Beispielen);
3) Geschlossene Spiele (S. 75-99 mit 51 Beispielen);
4) Moderne Eröffnungen, d.h. im wesentlichen die Indischen Systeme (S. 101-121 mit 49 Beispielen).
Im letzten Kapitel kommen noch die Positionsfallen zur Sprache (S. 123-130 mit 13 Beispielen), etwa die Schaffung rückständiger Bauern und schwacher Punkte im gegnerischen Lager, oder auch die Aussperrung von Figuren vom Spielgeschehen. Um das Engagement des Lesers noch zu intensivieren, hat der Autor in den laufenden Text 53 Fragen eingestreut, deren Beantwortung sich im Anhang findet (S. 131-136).
Da es sehr unwahrscheinlich sein dürfte, dass man alle 234 Eröffnungsfallen dieses Buches schon kennt, sollte sich sein Studium auch heute noch lohnen. Den Duktus der Ausführungen mögen drei kleine Leseproben verdeutlichen:
1) Nr. 40 auf S. 38, Preußische Partie: "1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lc4 Sf6 4. Sg5 d5 5. e:d5 Sd4 (die umstrittene Fritz-Variante) 6. c3 b5 7. Lf1 S:d5 (7. ...h6 8. c:d4 h:g5 9. d:e5 S:d5 10. Lb5+ Ld7 gilt nach neuerer Ansicht als nicht völlig befriedigend für Schwarz) 8. c:d4 D:g5 9. L:b5+ Kd8 10. Df3 Lb7 11. 0-0 e4! 12. D:e4 Ld6! 13. d3? (Weiß übersieht das Läuferopfer, er sollte 13. Te1 spielen) 13. ... L:h2+ 14.K:h2 Sf4! und Schwarz gewinnt. Ein überraschender Schluss: 15. D:b7 Dh4+ 16. Kg1 Se2 matt!"
2) Nr. 119 auf S. 72, Skandinavische Verteidigung:" 1. e4 d5 2. e:d5 D:d5 3. Sc3 Da5 4. d4 Sf6 5. Lc4 Lf5 6. Ld2 e6? (6. ...c6, um der Dame einen Rückzugsweg zu eröffnen, muss unbedingt geschehen) 7. Sd5. Weiß gewinnt die Dame. Auf 7. ...Da4 folgt 8. Lb5+ D:b5 9. Sc7+."
3) Nr. 181 auf S. 106, Damenindische Verteidigung, die Monticelli-Falle: "1. d4 Sf6 2. Sf3 e6 3. c4 b6 4. g3 Lb7 5. Lg2 Lb4+ 6. Ld2 L:d2+ 7. D:d2 0-0 8. Sc3 Se4 9. Dc2 S:c3? 10. Sg5! Se4 (Noch der beste Zug. Falls 10. ..Dg5, so 11. L:b7 nebst L:a8) 11. L:e4 L:e4 12. D:e4 D:g5 13. D:a8. Weiß hat die Qualität gewonnen, muss aber sorgfältig spielen. Schwarz antwortet am stärksten 13. ... Sc6."
Dr. W. Schweizer, Rochade Europa 08/2002