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Das Schachbuch für Meister von Übermorgen

BEYAWDSMU

Das Schachbuch für Meister von Übermorgen

von Alexander Kostjew
148 Seiten - 189 Diagramme 3. Auflage 2003 gebunden
BEYAWDSMU
Alle, die schon mal Schachunterricht erteilt haben, kennen die Frage:
Was bringe ich jungen Schachspielern als nächstes bei, wenn sie die Grundlagen des Schachspiels schon kennen.
  • Welche Themen
  • welches Material wähle ich aus
  • wie gehe ich vor?
Der bekannte Moskauer Jugendtrainer Alexander Kostjew bietet mit diesem Buch genau hier Hilfe an.
Aus eigener praktischer Arbeit stammen die Themen und Beispiele, in 35 Lektionen mit Übungen aufgeteilt, so z.B. Angriff auf die Königsstellung, Zentrumsbehandlung, Stellungsbewertung, Planerfassung, Endspielprinzipien.
Die sowjetische Schachschule ist deutlich zu erkennen: Jedes Kapitel wird mit interessanten Themen aus der Schachgeschichte eingeleitet, der zweite Teil bringt eine Fülle von theoretischen und praktischen Beispielen, methodisch geordnet. Besonders interessant sind die Partien zwischen Schülern und Großmeistern.

Ein wichtiges Werk für alle, die mit Jugendspielern in Verein oder Schule arbeiten wollen, aber ebenso ideal für das Eigentraining aller Spieler mittleren Niveaus.


005 Vorwort

013 1. Kapitel
Tschaturanga und Schatrandsch
Der unrochierte König
Kann ein Schüler einen Großmeister schlagen?

016 2. Kapitel
Tabijen und ihre Bedeutung im Schatrandsch
Wie bereitet man einen Angriff vor?

019 3. Kapitel
Wie das Schach nach Europa kam
Reform der Regeln
Das klassische Läuferopfer auf h7

022 4. Kapitel
Erste Schachabhandlungen
Die Göttinger Handschrift - Die Ratschläge Damianos
Angriff bei beiderseits kurzer Rochade

022 5. Kapitel?
Theoretiker reformieren das Schachspiel
Der Spanier Ruy Lopez und der Italiener Giulio Polerio
Angriff auf die Königsstellung bei langen Rochaden

031 6. Kapitel
Die frühe italienische Schule
Was bedeutet "romantisches Schach"?
Der Angriff auf die Königsstellung bei heterogener Rochade

035 7. Kapitel
Angriffspläne bei heterogenen Rochaden Bauernsturm oder Figurendruck?

038 8. Kapitel
Francois Andre Philidor Prinzipien des Bauernendspiels

044 9. Kapitel
General Deschapelles spielt nur mit Vorgabe Bauernendspiele II

047 10. Kapitel
Rivalität zwischen Frankreich und England:
Das Match La Bourdonnais - MacDonnell
Mattsetzen mit Springer und Läufer

049 11. Kapitel
Stauntons Stil und die orthodoxe Schule
Äußere Merkmale der Stellungsbewertung
Das Endspiel Läufer gegen Bauer

053 12. Kapitel
Vorläufer der Schachcomputer
Kann ein Springer gegen ein verbundenes Bauernpaar bestehen?

056 13. Kapitel
Der erste Schachclub - Cafe de la Regence
Der Mehrbauer im Läuferendspiel

059 14. Kapitel
"Palamede" - die erste Schachzeitung Der Mehrbauer im Springerendspiel

062 15. Kapitel
Die Berliner Schachschule
Bilguers Handbuch
Wer ist im Endspiel stärker: Springer oder Läufer?

066 16. Kapitel
Das erste internationale Schachturnier
Wie hält man Remis in einem Turmendspiel ohne Bauern?
Turm gegen Infanterie

071 17. Kapitel
Der Triumph der Kombination
-Adolf Anderssen und seine unsterbliche Partie
Schwerfiguren auf offenen Linien

075 18. Kapitel
Boris Spasski stürmt den Olymp
Der Plan und seine Realisierung
Die Formel des Großmeisters Kotow

078 19. Kapitel
Anatoli Karpows Triumph in Stockholm
Vielseitige Vorbereitung trägt Früchte
Strategisches Meisterstück Akiba Rubinsteins

082 20. Kapitel
Die Lemberger Großmeisterschule
Alexandr Beljawski setzt sich durch
"Pressing" im Schachspiel

086 21. Kapitel
Die Kompromißlosigkeit des Valerij Tschechow
Die Methode der Stellungsbewertung
Sieben Faustregeln für die Planfassung

089 22. Kapitel
Artur Jussupows Weg zur Weltspitze
Erstes Element der Stellungsbewertung:
Berechnung des materiellen Gleichgewichts

093 23. Kapitel
Die Beharrlichkeit Sergej Dolmatows
Der Junge aus den Tiefen Sibiriens
Das 2. Element der Stellungsbewertung: Was droht mir?

096 24. Kapitel
Die Goldmedaillen Garri Kasparows
3. Element der Stellungsbewertung:
Die Sicherheit des Königs geht über alles!

099 25. Kapitel
Fünf Weltmeister laden zum Wettbewerb "Weißer Turm" ein
4. Element der Stellungsbewertung: Zentrum und Raumvorteil

104 26. Kapitel
Das Turnier der Hoffnungen in Baku
5. Element der Stellungsbewertung: freie Linien

104 27. Kapitel
Das Kultusministerium ordnet Wettbewerb der Sportschulen an
6. Bewertungselement: Was ist eine aktive Figur?

112 28. Kapitel
Die "Spartakiade" als Talentsichtung
7. Bewertungselement: schwache und starke Felder

115 29. Kapitel
Kann man das Schach-ABC auswendig lernen?
Praktische Anwendung der Bewertungskriterien - sechs mal 5 Minuten

119 30. Kapitel
Das erste russische Schachbuch
Abrechnung Petrows mit Philidor
Das Zentrum - die Seele der Eröffnung

122 31. Kapitel
Der erste russische Schachtheoretiker Carl Friedrich von Jänisch
Geschlossenes und offenes Zentrum
Typische Pläne und Partien

120 32. Kapitel
Nona Gaprindaschwili schlägt die Männer
Transformation des Zentrums - Statik und Dynamik

129 33. Kapitel
Alexandr D. Petrow und das Fernschach
Wie bekämpft man einen Flankenangriff?

132 34. Kapitel
Von Puschkin bis Oistrach - Prominenz am Schachbrett
Wie bildet man Vorposten?

136 35. Kapitel
Wie eröffnen? Eröffnungspläne, -initiativen, -opfer
Wie kann ich meine Spielstärke verbessern?

140 Lösungsteil
147 Eröffnungsübersicht
Rezension zur 2. Auflage
Der Autor dieses Buches ist als Leiter des Schachschule am Moskauer Pionierpalast bekannt. In seinem Buch bietet er den jungen Lesern seine Hilfe an. Aus eigener praktischer Arbeit stammen die Themen und Beispiele, in 35 Lektionen aufgeteilt, so z.B. Angriff auf die Königsstellung, Zentrumsbehandlung, Stellungsbewertung usw.
Ein wichtiges Buch für alle, die mit Jugendspielern in Verein oder Schule arbeiten wollen, aber ebenso ideal für das Eigentraining aller Spieler mittleren Niveaus.

Jerzy Konikowski, Fernschach International
Die einen nennen sie "ruhmreich", die anderen "überschätzt": die "sowjetische Schachschule". Autor Alexander Kostjew arbeitete in deren Zentrum -er leitete die Schachschule im Moskauer Pionierpalast. Hier plaudert er aus dem Nähkästchen, aus dem so viele Großmeister gestrickt wurden. Sein Buch erschien Mitte der 80er-Jahre, in jener Zeit des Wandels, als die Sowjetunion unter Gorbatschow, Glasnost & Perestroika von den Rändern her zu zerbröseln begann.
Die erste deutsche Auflage folgte 1987, die vorliegende 3. Auflage bliebt unverändert.
Schachlehrer Kostjew unterrichtet auf knapp 150 Seiten in 35 Kapiteln drei Fächer nebeneinander: 1) Schachgeschichte, 2) Bau und Funktion des Kinder- und Jugendschachs in der UdSSR und 3) den Lehrstoff des zweiten Jahres an seiner Schachschule. Entsprechend haben viele Kapitel auch drei Überschriften, Kap. 19 titelt zum Beispiel: "Anatoli Karpows Triumph in Stockholm" (AK wurde 1969 dort ,planmäßig' Jugend-WM), "Vielseitige Vorbereitung trägt Früchte", und "Strategisches Meisterstück Akiba Rubinsteins".
Kostjews schachhistorische Anmerkungen beginnen mit dem vierhändigen Tschaturanga, gespielt in Nordindien im 5. Jahrhundert und enden bei Kasparow, dem 13. WM (1985). Dazwischen erfahren die russischen Schachschüler sogar etwas über die "Berliner Plejaden" im frühen 19. Jh. um Bledow, von Bilguer, Horwitz und von der Lasa. Zu jeder Schachepoche referiert Kostjew eine zeittypische Partie, oft sind es bekannte Klassiker. In jedem Kapitel gibt der Autor ein paar Einblicke in die sowjetische Schachausbildung der 80er-Jahre: "Die Schachsportschulen gibt es noch nicht lange, etwa 20 Jahre. Inzwischen spielen dort 100.000 junge Schachspieler, mehr als 1200 Trainer leiten sie an. Die Anforderungen an diesen Schulen sind sehr hoch. Neuankömmlinge müssen die Schule 2 bis 3 mal pro Woche besuchen, Fortgeschrittene machen dies 4 bis 5 mal die Woche." Und Kostjew weiter: ,Nicht alle können Großmeister werden, doch erreichen die meisten die Kategorie I mit Erfolg" (S. 108). Das Buch zitiert aus dem Protokoll einer Leningrader (Kinder/Jugend-)Mannschaftsbesprechung - der Leser urteile selbst: "Mischa Kontorowitsch hat ein einzügiges Matt übersehen. Doch es geht nicht allein um diesen Fehler. Wenn ich Holländisch spiele, muss ich wissen, dass Schwarz den Punkt e5 decken muss und den Punkt e4 besetzen. Kennst du etwa die Partie von Botwinnik nicht, wo er den Punkt e4 erobert hat, und sich bemüht hat, den weißen Springer vom Feld e5 zu vertreiben? Außerdem hat er das Zentrum stabil
gehalten. Du hast dem Weißen einige Tempi geschenkt, und das in der Holländischen Verteidigung! Und was war weiter?..." (S. 109). Soviel aus dem Protokoll einer Nachbesprechung, es ging um den Kampf der Schulmannschaften Kirgisien - Leningrad 1979. Die 35 Lektionen entsprechen dem Lehrstoff des zweiten Jahres in der Schachschule. Das Niveaus ist beachtlich. Die ersten sieben Kapitel behandeln typische Angriffsmuster: Angriff auf den unrochierten König, Angriff bei beiderseits kurzen, langen und gegenläufigen Rochaden, das klassische Läuferopfer auf h7, Bauernsturm u. Ä.. Die Kapitel 8 bis 16 vermitteln Grundlagen des Endspiels, alles wird praxisnah behandelt; erstaunlich: auch das Mattsetzen mit Läufer und Springer gehört zum Stoff des 2. Jahres. Die Kapitel 17 bis 35 unterrichten auf 69 Seiten Strategie. Einige Themen: Schwerfiguren auf offenen Linien, "Pressing", Plan und Realisierung und "Sieben Faustregeln für die Planfassung".
Kostjew erläutert seine Lektionen meist anhand von Partien aus dem Jugendschach. Darunter sind so berühmte Namen wie Jussupow (sein damals erfolgreichster Schüler), Beljawski, Kar-pow und der junge Kasparow. Der Autor erklärt immer nah an der Turnierpraxis; er stellt Fragen und Aufgaben, darunter sind Studien, auch schwierige. Am Ende jedes Kapitels gibt es eine Art Hausaufgabe - hier die Nr. 23:

(DIAGRAMM)

" Weiß am Zug hat sich entschieden, ed6 zu ziehen. Welche Drohung hat er dabei übersehen? Was hätte Weiß stattdessen ziehen sollen? " Kostjew: "Weiß hätte Te4 ziehen sollen; denn nach 1.ed6 hat Schwarz die tolle Möglichkeit 1...De3!! 2.Txe3 fe3 3.Dd3 ef2 4.Tf1 Lh3 5.f4 Lxf1 Dxf1 Te1. Weiß gab auf (Borloj -Karsa, 1979)."
Die Lösungen der Aufgaben werden am Buchende auf sieben Seiten erklärt. Im Anhang gibt es auch ein Eröffnungsregister. Fünfmal ist dort und in den zugehörigen Partien von der "Nimzowitsch-Verteidigung" die Rede (übliche Zugfolge: 1.e4 Sc6), gemeint ist aber immer die Nimzo-Indische Verteidigung. Zwar schreibt der Verlag im neuen Vorwort, die Erkenntnisse im Buch seien " ... nach wie vor gültig und benötigen keinerlei Veränderungen" - eine Überarbeitung würde sicher gut tun. Auf Seite 48 referiert Trainer Kostjew die berühmte 16. Matchpartie McDonnell - La Bourdonnais, London 1834. Nach 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cd4 4.Sxd4 e5 kommentiert der Autor: "Diesen Zug sieht man heute selten, da man nach 5.Sb5 a6 6.Sd6+ Lxd6 7.Dxd6 Df6 eine schwierige Stellung bekommt... ". Anfang der 1980er-Jahre mag das so gewesen sein - bald zeigte aber Sweschnikow 5...d6! Heute ist La Bourdonnais' Sizilianisch mit ..e5 aktueller denn je, Peter Leko gilt als größter Kenner. [Notiz am Rande: Kasparow veröffentlichte im Juni den ersten Band seiner großen WM-Geschichte ("On my great predecessors"). Als erste Partie kommentiert er genau diese hier von 1834. Dem Zug 4..e5 gibt Garry ein ,!' - weil La Bourdonnais damit Sweschnikow um 150 Jahre voraus war.]
Einige Fehler und Widerlegungen zu Kommentaren und Varianten, kritisiert bei Erscheinen der englischen Ausgabe 1999, finden sich weiterhin auch in der dt. Auflage. Die Kostjew-Fibel hätte eine Überarbeitung verdient. Das alles schmälert den Wert des kleinen Moskauer Lehrbuches aber nicht entscheidend.
Erfreulich ist die gute Ausstattung: hochwertiges Papier, Satz und Druck professionell, stabiler Deckenband (neudeutsch: "Hardcover") mit Fadenheftung - zum günstigen Preis.
FAZIT: Für Trainer Kostjew und seine kompakte Moskauer Schachschule aus den 80er-Jahren spricht viel, wenig spricht dagegen. Und das bei 42 Cent pro Lektion.

Dr. Erik Rausch, Rochade Europa 08/2003
Der Autor dieses Buches, Alexander Kostjew, war als Leiter der Schachschule am Moskauer Pionierpalast beschäftigt. In seinem Buch bietet er Hilfe den jungen Schachspielern an, wie man weiter trainieren kann, um besser Schach spielen zu können. Es wurden hier die folgenden Themen besprochen; Angriff auf die Königs-Stellung, Zentrumsbehandlung, Stellungsbewertung, Endspielprinzipien usw. Ein wichtiges Werk für alle, die mit Jugendspielern in Verein oder Schule arbeiten wollen.

J. Konikowski, Fernschach International 05/2003
In seinem "Schachbuch für Meister von Übermorgen", das im Joachim Beyer Verlag gerade in der dritten Auflage erschienen ist, bietet der erfahrene Jugendtrainer Alexander Kostjew eine Zusammenstellung von 35 Lektionen für den Schachunterricht oder das Selbststudium.
Das Material entstammt einem auf vier Jahre angelegten Schachtraining und deckte dort den Zeitraum des zweiten Jahres ab, zumindest die Beherrschung der Grundregeln wird also vorausgesetzt.
Jede Lektionen beginnt zunächst mit einem interessanten Abstecher in die Schachgeschichte. Die Themen reichen dabei von der Entstehung des Schachspiels, seiner Verbreitung und Weiterentwicklung, wichtigen Vorkämpfern wie Philidor und Staunton, der Entstehung der ersten Schachzeitungen bis hin zum Aufstieg von Spielern wie Spassky, Karpow und Kasparow.
Anschließend folgen die Lehrthemen mit theoretischen und praktischen Beispielen. Hier stehen z.B. auf dem Programm: der unrochierte König, das klassische Läuferopfer auf h7, der Angriff auf die Königsstellung, Bauernsturm oder Figurendruck, Zentrumsbehandlung, die Elemente der Stellungsbewertung, Faustregeln für die Planerfassung, verschiedene Endspielprinzipien, wie bildet man einen Vorposten usw.
Zusätzlich zu den vielen kommentierten Beispielen gibt es am Ende jeder Lektion noch eine Übungsaufgabe.
Der schöne Festeinband rundet dieses ansprechende Lehr- und Trainingswerk würdig ab.

Schachmarkt 4/2003

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