Es gibt eine ganze Menge Schachbretter, die aus natürlichem Holz gemacht werden und wir haben viele Anfragen, wie dieses oder jene Holz heißt. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, diese kleine Holzkunde zu erstellen.
Gemeinnamen können zu Mißverständnissen führen, da viele verschiedene Baumarten denselben Namen haben, als Beispiel sei hier genannt Ebenholz, das als Überbegriff für immerhin sechs verschiedene Holztypen dient von hellem, gestreiften Braun (Diospyros mindanaensisto) bis zu tiefem Schwarz (Dalbergia melanoxylon). Besonders interressant ist, dass Dalbergia gewöhnlich als Rosenholz gehandelt wird und eben nicht als Ebenholz. Sie sehen Gründe genug, hier etwas Licht in das Dunkel zu bringen.

Feld-Ahorn (Acer campestre)
Dieser Ahorn ist typisch für Europa, vor allem in Skandinavien, es gibt ihn aber auch in der Türkei und im Kaukasus. Es ist ein einfach zu bearbeitendes Hartholz, dass im fertigen Zustand einen wundervollen, körnigen Schimmer erhält, der je nach Licht und Blickwinkel ein 3-D Eindruck vermittelt. Die Baumstämme werden bis zu 30m hoch mit einem Durchmesser von bis zu 1,50m. Die Farben variieren von fast weiß bis zu einem honigfarbenem warmen Ton.Das Holz ist hart, fest und dauerhaft. Es lässt sich gut bearbeiten besonders bei der Oberfächenbearbeitung.

Zucker-Ahorn (Acer saccharum)
Eine andere Variante ist amerikanischer Ahorn, der oft einen Touch in´s leicht rosane hat. Am weitesten verbreitet ist der sogenannte Zucker Ahorn in Nordamerika und Kanada, aus dem auch Ahornsyrup gemacht wird.

Espe (Populus tremula)
Die Pappel (Populus) gehört zur Gattung der Weidengewächse (Salicaceae) und ist heimisch in Europa, Asien, Nordafrika und Nordamerika. Von den einheimischen Arten kommen folgende in Betracht:
Silberpappel (Weißpappel), Zitterpappel (Aspe, Espe), Schwarzpappel, Pyramidenpappel (Säulenpappel) und die Kanada-Pappel. Bekannt sind etwa 40 Populusarten, 30 Bastarde und 10 Varietäten. Sie kommen als Splint- und als Kernholzbaum vor. Je nach Art hat die Pappel hellgraues, auch leicht rötliches, gelblichweißes oder hellbraunes Holz. Es ist leicht, sehr weich, porös und mäßig schwindend, jedoch nicht witterungsfest. Bei der Oberflächenbehandlung ergeben sich keine Probleme. Das Holz ist gut zu beizen, aber weniger gut zu polieren.

Silberbirke (Betula pendula)
Ein fast weißes bis sehr leicht braunes Holz, leicht glänzend. Die Vorkommen sind Europa, der Kaukasus und das mittlere bis nördliche Asien. Die Baumstämme sind bis 30m hoch mit einem Durchmesser von 60cm. Das feine Holz ist zäh, ziemlich biegsam und elastisch. Gebeizt kommt es vor als Imitation von Nussbaum und Mahagoni.

Walnuß (Juglans regia)
In den USA wird oft sein dunklerer Bruder Black Walnut (Juglans nigra) verarbeitet. Die Vorkommen sind Europa, China, Japan und Mexiko. Die Baumhöhe geht bis 30m hoch mit einem Durchmesser von ca. 2m. Das Holz ist ziemlich hart und ist sehr gut zu verarbeiten. Es hat eine lange Tradition und wurde schon im Rokoko , in der Renaissance und im Barock verarbeitet.

Mahagoni (Khaya grandifoliola)
Die Farbe variiert von hell bis dunkelbraun mit einem leichten Stich ins rötliche. Vorkommen sind USA, Florida, Mexiko und Honduras. Die Baumhöhe beträgt bis 50m mit einem Durchmesser bis 2m. Das Holz ist mittelhart, fest, zäh, von gleichmässiger Struktur schlicht geädert und seidenglänzend. Es ist gut zu verarbeiten.

Palisander (Dalbergia latifolia)
Besser bekannt unter dem Namen Rosenholz, aber auch Malabar oder Bombay Blackwood genannt, handelt es sich hierbei um eines der schönsten Hölzer der Welt. Vorkommen sind Sri Lanka, Indochina und Java. Die Bäume sind bis zu 25m hoch mit einem Durchmesser von bis 1,5m. Das dichte Holz ist sehr hart, zäh, dauerhaft und sehr dekorativ. Es lässt sich sehr schwer bearbeiten, jedoch gut drechseln, leimen und polieren.

Wenge (Millettia laurentii)
Eine der unüblicheren Holzarten ist Wenge. Hauptvorkommen ist Zentralafrika. Die Baumstämme werden bis ca. 20m hoch mit einem Durchmesser von ca. 90cm. Es ist die Holzart, die dem Ebenholz am nächsten kommt, allerdings ein bischen mehr in´s Braune hinein. Die Poren sind groß und zerstreut mit feinen Querbändern. Das Holz ist hart, schwer und witterungsfest.

Macassar (Diospyros celebica)
Eine Art des Ebenholzes, auch bekannt unter den Namen Camagon, Golden Ebony oder Tendu. Es ist eines der kostbarsten Hölzer auf dem Markt. Sein Farbton geht mehr ins Schokoladenbraun. Typisch für das Holz sind silbergraue, feine Streifen im Holz.

Ebenholz (Tabebuia serratifolia)
Diese Variante des Ebenholzes kommt aus Südamerika und wird deshalb auch oft als Ebano (Portugiesisch = Ebenholz) bezeichnet. Sein Markenzeichen ist eine sehr dynamische, gekörnte Wellung in der Maserung. Das Holz ist olive-braunfarben mit helleren und dunkleren Streifen. Die Poren erscheinen oft wie kleine gelbe Punkte. Die Verarbeitung ist relativ schwierig, aber das Ergebnis ist dafür umso ansehlicher.

Sheesham (Tectona grandis)
Dieses Holz, auch bekannt unter den Namen Rosawa, Sagwan, Teak (manchmal auch als Brown Rosewood bezeichnet), gehört zur Familie der Rosenhölzer und hat ein wundervolles leicht körniges Muster. Die Baumhöhe beträgt bis zu 40m bei einer Breite von bis zu 1m. Die Farben und die Art der Körnung variieren sehr stark.Das feste, sehr dauerhafte Holz hat eine grobe, ungleichmäßige Struktur mit einem öligen Charakter und ist gerade- oder welligfaserig.
Burma-Teak ist einheitlich goldbraun, Teakhölzer aus anderen Gegenden sind dunkler und stärker gezeichnet. Das Holz ist sauber zu bearbeiten, aber die Werkzeuge stumpfen stark. Es ist gut zu drechseln, zu messern und zu schnitzen. Es hat ein sehr gutes Stehvermögen. Durch seinen hohen Ölgehalt konserviert es mit ihm in Verbindung kommendes Eisen.
Achtung: Teak wird sehr oft mit Palisander verwechselt...
... ob bewußt oder unbewußt, aber diese zwei Holzarten sind sich im bearbeiteten Zustand teilweise zum Verwechseln ähnlich. Ein untrügliches Zeichen ist aber fast immer der Preis.

Sycamore (Platanus occidentalis)
Ein sehr amerikanisches Holz, das über ganz Nordamerika verbreitet ist. Die Farben variieren von hell bis dunkel und von einem rötlichen braun bis zu einem leuchtend braunem Farbton. Es ist im weitesten Sinne mit dem Bergahorn in Europa verwandt.

Ulme (Ulmus glabra)
Diese Holzart ist hauptsächlich in Nordeuropa vertreten. Das Holz hat eine dunkelbraune Farebe mit einer intensiven, gekräuselten Körnung, die daher kommt, dass fast ausschließlich die Wurzeln verarbeitet werden. Ein wahrlich luxuriöses Holz.
Mein System in neuem Design: 2 Neue Artikel, Fehlerkorrekturen seit der letzten Ausgabe und in einem edlen Einband