

Das Mohammed das Spiel nicht gekannt habe, war schon früh eine Annahme, der arabischen Rechtsgelehrten. Er hatte eine Anzahl von Spielen verboten und unter diesen das Nerd, aber das Schach nicht. Nun galten Spieler vor Gericht nicht als unbescholtene Zeugen und es stellt sich die Frage, ob der Schachspieler ihnen zuzählen ist oder nicht. Dieser negative Beweis wird noch durch ein Zeugnis ergänzt, nach welchem es ihnen vor dem Jahre 714 schon sehr vertraut gewesen sein muß.
In einem Bericht von Shafii (gest. ca. 819) wird ein Spieler erwähnt mit Namen Said ibn Dschubair, der eine Zeitlang in Ispahan lebte und im Jahre 714 gestorben ist, der ohne Ansicht des Brettes Schach gespielt habe. Wäre es auch nur eine unbegründete Überlieferung, so sehen wir doch, dass man schon im Orient vor 820 n. Chr. die Fertigkeit des Blindschachs kannte und ausübte. Eine noch viel stärkere Stütze für die Annahme liefert uns die Tatsache der Eroberung Persiens durch die Araber im Jahre 642. Der gesteigerte Handelsverkehr der von da ab zwischen den beiden Völkern stattgefunden hat, wird die Araber bald genug mit dem Schachspiel bekannt gemacht haben. Nach dem Jahre 1000 werden die bis dahin raren Quellen für das Schachspiel zahlreicher.
... besser bekannt unter dem Namen Imam Shafi'i, wurde ca. 767 n. CHr. geboren. Er gehörte zu dem Clan der Quraish. Er studierte islamische Rechtssprechung. Seine bekanntesten Werke sind "Kitabul Umm" und "Ar Risalah" über das islamische Rechtswesen.
... besser bekannt unter dem Namen al-Nadim. Er wurde ca. 935 n. Chr. geboren. Sein Vater war ein "warrq", was nichts anderes als Buchhändler bedeutet. al-Nadims bekanntestes Werk ist der "al-Fihrist". Übersetzt bedeutet das "Der Katalog". Tatsächlich ist es eine Art "who is who" der bis damals bekannten arabischen Welt.
Das 10. Jhdt. ist die Glanzzeit des arabischen Schachs gewesen. Jahrhunderte lang nennen die orientalischen Spieler immer wieder den großen Meister as Suli, als das unübertreffliche, ja unereichbare Beispiel und Vorbild. Auch Al Adli wird als ausgezeichneter Meister gerühmt. In einer weiteren Quellen findet sich die Beschreibung der Figuren. Sie gibt die Rolle des Königs dem Shah, die des Visirs dem Farzan, die des Heerführers dem Rukh, die der Reiterei dem Faras, die der Festung dem Fil und die der Fußgänger dem Baidaq. Einige Jahrhunderte später kehren die inzwischen vergessenen Festungen wieder auf das Schachbrett zurück. Diesmal besetzen sie aber die Eckfelder und stehen noch heute dort als unsere Türme.
... lebte von ca. 880 bis 946. Er war ein professioneller shatranj Spieler. Er wurde bekannt, als er zwischen 902 und 908 al Mawardi, den shatranj Champion des Khalifen al Mukafti, in einem Match bezwang. Dieser Sieg war so klar, dass al Mawardi in Ungnade fiel und durch as Suli ersetzt. Nach dem Tode al Mukafti's verblieb as Suli am Hofe auch unter den nachfolgenden Herrschern. As Suli's Fähigkeiten wurden legendär und auch noch heute gilt er in der arabischen Welt als einer der stärksten Spieler, der je gelebt hat. Es gibt nicht viel über ihn zu berichten, aber manche seiner Mansuben sind noch bekannt. Berühmt war er auch für seine Fähigkeit zum Blindschach. Seine größte Hinterlassenschaft sind die Werke "Kitab Ash-Shatranj" (Buch des Schach) Band 1 und 2. Es beinhaltet die damals bekannte Eröffnungstheorie (ta'biyat), Standardprobleme im Mittelspiel und kommentierte Endspiele (mansubat). Darüber hinaus enthält es die bekannte Beschreibung der sogenannten "knights tour", die Reise des Springers über das Schachbrett, bei der jedes Feld nur einmal betreten werden darf. As Suli bezieht sich in seinem Werk auf die Handschriften des bekannten Spielers al Adli, dessen Inhalt er teilweise in seine Werke übernommen hat, sie aber einer kritischen Betrachtung unterzog.
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