Doch zurück zu dem Titel "Mein System". Ein Ansatz zur Begründung für diesen Titel findet sich in einem Artikel über E. Lasker, indem dieser sich mit der Stärke der Juden im Schach beschäftigt:
[...] Diese Eigenarten führt Lasker auf die Vertiefung der Juden in den Talmud und ihre Schulung an talmudschem Denken zurück. Aus der Freude am Gedankenspiel und der Vernachlässigung des Realen erklärt sich die Liebe jüdischer Spieler zum Systematischen und ihr Glaube an die Durchschlagskraft des Systems. Die jüdischen Schachspieler suchen auch in Schachspielen Prinzipien von Einheit und Wahrheit zu verwirklichen, im Gegensatz zu den besonders auf die Gegebenheiten und Erfordernisse des Augenblicks abstellenden Amerikanern. So haben weder Holländer noch Engländer trotz des Reichtums ihrer Fachliteratur Systeme geschaffen; Systeme rühren lediglich von Juden, zuweilen auch von Deutschen her. Diese tiefste Eigenart der Juden im Schachspiel erklärt Lasker aus dem Geiste der Thora, deren Grundlage und Ziel der eine Gott, das eine Gesetz, die eine Wahrheit, die eine Menschheit ist. [...]
Quelle: Bayerische Israelitische Gemeindezeitung, Nr. 4/1933, S. 54
Natürlich ist dies keine Beantwortung für die Frage nach der hohen Anzahl sehr guter Schachspieler jüdischer Abstammung. Aber sie gibt uns einen kleinen Einblick in die Erziehung und in die Denkhaltung, die auch Nimzowitwsch beeinflusst haben mag.